Prüfungsfragen zu Alterszahnmedizin
Ältere Menschen machen einen zunehmend größeren Anteil der Patienten in Zahnarztpraxen aus, und diese Entwicklung spiegelt sich immer häufiger in Prüfungsfragen wider. Diese Fragensammlung behandelt altersbedingte Veränderungen der Mundhöhle, Wurzelkaries und parodontologische Besonderheiten, Xerostomie, Prothesenpflege und Zahnlosigkeit, Ernährung und orale Funktion, Polypharmazie, die Belastung durch systemische Erkrankungen sowie kognitive und funktionelle Einschränkungen. In den Prüfungen AFK, INBDE, ORE und ADC werden alterszahnmedizinische Themen üblicherweise in integrierten klinischen Fallbeispielen geprüft. Ein Beispiel ist ein Patient, der mehrere Medikamente einnimmt und bei dem neue Wurzelkariesläsionen sowie Mundtrockenheit auftreten. Dabei müssen Sie die medizinische Anamnese mit geeigneten Präventions- und Behandlungsentscheidungen verknüpfen.
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Die Fragen wurden aus dem Englischen übersetzt. Die Prüfungen selbst werden in englischer Sprache durchgeführt.
Prüfungsfragen
Frage 1 von 10
Polypharmazie
Was ist der zuverlässigste erste Schritt, um zahnmedizinische Risiken im Zusammenhang mit Polypharmazie zu erkennen?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Der Medikationsabgleich umfasst Dosierung, Einnahmeschema, Indikation, kürzlich vorgenommene Änderungen, rezeptfreie Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und die Therapietreue. Die Überprüfung der Angaben verhindert, dass Entscheidungen über mögliche Arzneimittelwechselwirkungen auf einer unvollständigen oder veralteten Medikamentenliste beruhen. Die Beurteilung der gesamten Medikation, der Organfunktion, der Behandlungsdauer und sichererer therapeutischer Alternativen trägt dazu bei, kumulative Schäden bei älteren Patienten zu verringern.
Frage 2 von 10
Altersbedingte Veränderungen der Mundhöhle
Welche Veränderung des Dentins tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Durch die fortschreitende peritubuläre Mineralisation werden die Dentintubuli verengt oder vollständig verschlossen. Dadurch entsteht sklerotisches, stärker transluzentes Dentin mit geringerer Permeabilität. Dies kann die Sensibilität verringern, gleichzeitig jedoch auch das Adhäsionsverhalten und den Kariesverlauf an freiliegenden Wurzeloberflächen beeinflussen. Bei der klinischen Beurteilung müssen erwartbare altersbedingte Strukturveränderungen von aktiven Erkrankungen, Arzneimittelwirkungen und beeinflussbaren Risikofaktoren unterschieden werden.
Frage 3 von 10
Prothesenpflege und Versorgung bei Zahnlosigkeit
Was ist das Hauptziel der täglichen mechanischen Reinigung von Zahnprothesen?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Auf den polierten Oberflächen und den der Schleimhaut zugewandten Basisflächen von Zahnprothesen bildet sich ein Biofilm, der zu unangenehmem Geruch, Prothesenstomatitis und zur Besiedlung mit potenziellen Atemwegspathogenen beitragen kann. Die schonende Reinigung mit einer Bürste und einem geeigneten Prothesenreinigungsmittel bleibt die wichtigste Maßnahme. Das Einlegen in eine Reinigungslösung ist eine ergänzende Maßnahme, die entsprechend dem Prothesenmaterial ausgewählt wird. Bei Nachkontrollen sollten Veränderungen der oralen Gewebe, die funktionellen Fähigkeiten, die Unterstützung bei der Mundhygiene und der individuelle Pflegebedarf berücksichtigt werden.
Frage 4 von 10
Ernährung und orale Funktion im höheren Lebensalter
Welches Symptom spricht eher für eine Dysphagie als für eine eingeschränkte Kaufunktion?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Beim Kauen wird ein schluckfähiger Nahrungsbolus vorbereitet, während der Schluckvorgang dessen sicheren Transport unter gleichzeitigem Schutz der Atemwege gewährleistet. Husten, Verschlucken, eine feucht-gurgelnde Stimme, verlängerte Mahlzeiten oder wiederkehrende Atemwegsinfektionen erfordern eine weiterführende Abklärung, die über die Überprüfung des Prothesensitzes hinausgeht. Eine orale Rehabilitation sollte mit einer ernährungsmedizinischen und ärztlichen Beurteilung verbunden werden, wenn Nahrungsaufnahme, Körpergewicht, Schluckfunktion oder Ernährungsqualität beeinträchtigt sind.
Frage 5 von 10
Kognitive und funktionelle Einschränkungen
Welcher Befund kann darauf hinweisen, dass der Unterstützungsbedarf bei der Mundpflege einer pflegeabhängigen Person nicht ausreichend gedeckt wird?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Eine Vernachlässigung der Mundpflege kann auf unzureichendes Personal, fehlende Ressourcen, mangelnde Kenntnisse, eingeschränkten Zugang zur Versorgung oder bewusst unterlassene Pflegemaßnahmen zurückzuführen sein. Behandelnde sollten die Befunde dokumentieren, dringende Beschwerden behandeln, mit den zuständigen Personen kommunizieren und geeignete Schutzmaßnahmen einleiten, wenn das Wohlergehen der betroffenen Person weiterhin gefährdet ist.
Frage 6 von 10
Wurzelkaries und parodontologische Besonderheiten im Alter
Wovon sollte die Häufigkeit parodontaler Nachsorgetermine bei älteren Erwachsenen abhängen?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Das chronologische Alter allein ist keine geeignete Grundlage für die Festlegung von Nachsorgeintervallen. Eine vorausgegangene Parodontitis, aktuelle Entzündungszeichen, Veränderungen des klinischen Attachmentniveaus, Rauchen, Diabetes mellitus, manuelle Geschicklichkeit, Speichelstatus und die Fähigkeit zur selbstständigen Mundpflege sollten bei der individuellen Festlegung der Kontrollintervalle berücksichtigt werden. Eine risikoorientierte Prävention und die Beurteilung des Krankheitsverlaufs anhand wiederholter klinischer Befunde sind aussagekräftiger als das chronologische Alter oder ein einzelnes sichtbares Merkmal.
Frage 7 von 10
Belastung durch systemische Erkrankungen bei geriatrischen Patienten
Warum ist ein kurzes Frailty-Screening vor einer komplexen zahnärztlichen Behandlung sinnvoll?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Ein Frailty-Screening zur Erfassung geriatrischer Gebrechlichkeit liefert einen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko, stellt jedoch weder eine eigenständige Diagnose noch ein grundsätzliches Behandlungsverbot dar. Es unterstützt eine dem Risiko angemessene Behandlungsplanung, die gegebenenfalls erforderliche Einbeziehung ärztlicher oder geriatrischer Fachkompetenz sowie die Abwägung von Nutzen und Belastungen unter Berücksichtigung der persönlichen Prioritäten des Patienten. Der sicherste Behandlungsplan berücksichtigt den aktuellen Gesundheitszustand, die physiologischen Reserven, die Medikation, die Belastung durch die Erholungsphase, die verfügbare Unterstützung und die individuellen Bedürfnisse des Patienten.
Frage 8 von 10
Xerostomie im höheren Lebensalter
Unter welchen Voraussetzungen kann ein systemisch wirksames Sialogogum hilfreich sein?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Muskarinisch wirkende Sialogoga sind auf eine verbleibende Funktionsfähigkeit der Speicheldrüsen angewiesen. Sie können Nebenwirkungen wie vermehrtes Schwitzen, häufigeres Wasserlassen, gastrointestinale Beschwerden, Bronchospasmen oder kardiovaskuläre Wirkungen hervorrufen. Daher muss der zu erwartende therapeutische Nutzen sorgfältig gegen bestehende Begleiterkrankungen und Kontraindikationen abgewogen werden.
Frage 9 von 10
Ernährung und orale Funktion im höheren Lebensalter
Welche Auswirkung auf die Ernährung kann eine instabile, schmerzhafte Zahnprothese haben?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Schmerzen und mangelnde Prothesenstabilität können die Nahrungsaufnahme einschränken. Ein Gewichtsverlust bei älteren Erwachsenen hat jedoch häufig mehrere Ursachen und kann auf eine ernst zu nehmende gesundheitliche Problematik hinweisen. Die Korrektur der Prothese sollte daher mit einer Abklärung möglicher oraler Schleimhautläsionen, Schluckstörungen, psychischer Verfassung, systemischer Erkrankungen, Arzneimittelwirkungen, des Zugangs zu geeigneten Nahrungsmitteln und des Ernährungszustands einhergehen.
Frage 10 von 10
Kognitive und funktionelle Einschränkungen
Was sollte versucht werden, bevor die Entscheidung auf eine stellvertretend entscheidungsbefugte Person übertragen wird?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Die Vereinfachung von Informationen, die Behandlung von Schmerzen, die Optimierung des Hör- und Sehvermögens, die Wahl eines günstigen Gesprächszeitpunkts und die Einbeziehung einer vertrauten Unterstützungsperson können eine weiterhin vorhandene Entscheidungsfähigkeit erkennbar machen. Eine stellvertretende Einwilligung sollte erst dann herangezogen werden, wenn auch durch angemessene Unterstützung keine wirksame Einwilligung des Patienten selbst ermöglicht werden kann.
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