Prüfungsfragen zu Biochemie
Biochemiefragen in zahnärztlichen Prüfungen verlangen selten die isolierte Wiedergabe eines Stoffwechselwegs. Stattdessen wird gefragt, warum sich ein Mangelzustand in der Mundhöhle manifestiert, warum sich Zahnschmelz bei einem bestimmten pH-Wert auflöst oder wie das Gleichgewicht zwischen Calcium und Phosphat aufrechterhalten wird. Diese Fragensammlung behandelt die Kollagensynthese und Kollagenquervernetzung, die Mineralchemie von Zahnschmelz und Dentin, die Regulation des Mineralstoffhaushalts durch Parathormon und Vitamin D, die Biochemie des Speichels, für die Zahnmedizin relevante Stoffwechselwege sowie orale Manifestationen von Vitamin- und Nährstoffmangelzuständen. Sie eignet sich sowohl für Zahnmedizinstudierende, die die Biochemie des ersten und zweiten Studienjahres wiederholen, als auch für Zahnärzte, die sich auf die Prüfungen AFK, INBDE und ORE vorbereiten, in denen diese grundlegenden naturwissenschaftlichen Zusammenhänge weiterhin geprüft werden.
10 Fragen · Antworten und Erklärungen werden nach jeder Antwort angezeigt · keine Registrierung
Die Fragen wurden aus dem Englischen übersetzt. Die Prüfungen selbst werden in englischer Sprache durchgeführt.
Prüfungsfragen
Frage 1 von 10
Biochemie des Kollagens
Ein Patient mit einer bekannten erblichen Bindegewebserkrankung, die das Kollagen betrifft, weist ungewöhnlich fragiles und überdehnbares Gingivagewebe auf. Durch einen zugrunde liegenden Defekt welches biologischen Moleküls lässt sich dieser Befund am besten erklären?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Erbliche Bindegewebserkrankungen wie das Ehlers-Danlos-Syndrom entstehen häufig durch Mutationen, welche die Synthese, Struktur oder Verarbeitung von Kollagen beeinträchtigen. Da die mechanische Festigkeit des gingivalen Bindegewebes in hohem Maße von korrekt gebildetem Kollagen abhängt, weisen betroffene Patienten häufig ungewöhnlich fragiles und überdehnbares orales Weichgewebe auf.
Frage 2 von 10
Vitamin- und Nährstoffmangel: Orale Manifestationen
Ein Patient stellt sich mit persistierenden Mundwinkelrhagaden (Cheilitis angularis) und einer magentafarbenen, entzündeten Zunge vor. Welcher Nährstoffmangel sollte neben der Untersuchung auf eine Candida-Infektion in Betracht gezogen werden?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Die Kombination aus Cheilitis angularis und einer magentafarbenen, glänzenden Zunge ist ein klassisches klinisches Erscheinungsbild des Riboflavinmangels, da Vitamin B2 für die normale Aufrechterhaltung und Regeneration des Epithels erforderlich ist. Eine Candida-Infektion kann gleichzeitig vorliegen oder diese Befunde nachahmen. Daher ist es sinnvoll, im Rahmen der diagnostischen Abklärung beide Möglichkeiten zu berücksichtigen.
Frage 3 von 10
Biochemie des Speichels
Statherin, ein Speichelprotein, das Bestandteil des erworbenen Schmelzoberhäutchens (Pellikel) ist, übernimmt bei welcher Funktion eine wesentliche Rolle?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Statherin adsorbiert als Bestandteil des erworbenen Schmelzoberhäutchens (Pellikel) an der Schmelzoberfläche und hemmt die spontane Ausfällung von Calciumphosphatsalzen aus dem Speichel. Dadurch trägt es dazu bei, die Übersättigung des Speichels mit diesen Mineralstoffen aufrechtzuerhalten, ohne dass es zu einer unerwünschten Zahnsteinbildung kommt. Gleichzeitig bleibt eine kontrollierte Remineralisation der Zahnoberflächen möglich.
Frage 4 von 10
Regulation des Mineralstoffhaushalts
Parathormon (PTH) erhöht die Calciumkonzentration im Blut durch seine Wirkung auf welche Kombination von Zielorganen?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Parathormon erhöht die Calciumkonzentration im Serum, indem es die osteoklastäre Knochenresorption stimuliert, wodurch Calcium und Phosphat freigesetzt werden. Zusätzlich wirkt es auf die Nieren, wo es die tubuläre Rückresorption von Calcium erhöht und gleichzeitig die Phosphatausscheidung fördert. Darüber hinaus stimuliert PTH die renale Aktivierung von Vitamin D, wodurch die intestinale Calciumresorption indirekt gesteigert wird.
Frage 5 von 10
Für die Zahnmedizin relevante grundlegende Stoffwechselwege
Welche Enzymfamilie katalysiert den überwiegenden Teil der oxidativen Arzneistoffmetabolisierungsreaktionen der Phase I in der Leber?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Die Cytochrom-P450-Superfamilie der hepatischen mikrosomalen Enzyme katalysiert den größten Teil der oxidativen Phase-I-Reaktionen und ist am Metabolismus zahlreicher Arzneistoffe beteiligt, darunter auch vieler in der Zahnmedizin eingesetzter Medikamente. Genetische Unterschiede sowie Arzneimittelwechselwirkungen, die diese Enzyme beeinflussen, können die Arzneistoffclearance und die erforderliche Dosierung erheblich verändern.
Frage 6 von 10
Mineralchemie von Zahnschmelz und Dentin
Fluorapatit entsteht, wenn Fluoridionen welchen Bestandteil des normalen Hydroxylapatitkristalls ersetzen?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Bei der Bildung von Fluorapatit ersetzen Fluoridionen die Hydroxylgruppen im Kristallgitter des Hydroxylapatits. Durch diese Substitution entsteht eine stabilere, weniger lösliche Kristallstruktur, die gegenüber der säurebedingten Auflösung widerstandsfähiger ist als der ursprüngliche Hydroxylapatit.
Frage 7 von 10
Ernährung und Krankheitsprogression
Ein Patient mit eingeschränktem Allgemeinzustand, der nach einer kürzlich erfolgten Operation eine in ihrer Konsistenz angepasste, weiche Kost erhält, erkundigt sich nach seinem Kariesrisiko. Welcher Hinweis ist für die Patientenberatung am relevantesten?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Viele weiche oder pürierte Kostformen enthalten verarbeitete, leicht fermentierbare Kohlenhydrate, die ebenso kariogen wirken können wie festere Lebensmittel. Darüber hinaus kann die weichere Konsistenz die mechanische Selbstreinigung vermindern, die normalerweise durch das Kauen unterstützt wird. Deshalb benötigen auch Patienten, die sich überwiegend von weicher Kost ernähren, eine gezielte Beratung zu ihrem Kariesrisiko.
Frage 8 von 10
Vitamin- und Nährstoffmangel: Orale Manifestationen
Welche Kombination oraler Befunde ist für einen Riboflavinmangel (Vitamin-B2-Mangel) charakteristisch?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Ein Riboflavinmangel beeinträchtigt die Erneuerung der Epithelzellen und die antioxidativen Schutzmechanismen. Dadurch entstehen Mundwinkelentzündungen (Cheilitis angularis) sowie eine glatte, magentafarbene und entzündete Zunge, die als Glossitis bezeichnet wird. Diese Befundkombination hilft klinisch bei der Abgrenzung gegenüber Mangelzuständen anderer B-Vitamine.
Frage 9 von 10
Ernährung und Krankheitsprogression
Ein Patient, der sich von einem parodontalchirurgischen Eingriff erholt, fragt, ob seine Ernährung für die Wundheilung von Bedeutung ist. Welche Antwort ist am zutreffendsten?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Die Wundheilung nach parodontalchirurgischen Eingriffen erfordert eine ausreichende Proteinzufuhr für die Kollagensynthese sowie eine angemessene Versorgung mit Mikronährstoffen wie Vitamin C, das für die ordnungsgemäße Kollagenquervernetzung und die Immunfunktion benötigt wird. Der Hinweis an den Patienten, dass eine ausgewogene Ernährung neben einer guten Mundhygiene wesentlich zur Heilung beiträgt, ist daher fachlich korrekt und klinisch relevant.
Frage 10 von 10
Vitamin- und Nährstoffmangel: Orale Manifestationen
Ein Kind weist eine generalisierte Schmelzhypoplasie an den bleibenden Zähnen auf. Anamnestisch bestehen eine sehr geringe Sonnenlichtexposition und eine niedrige Vitamin-D-Zufuhr über die Nahrung. Welcher Mangelzustand erklärt den Schmelzbefund am plausibelsten?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Vitamin D ist für eine ausreichende Calciumverfügbarkeit während der Amelogenese (Zahnschmelzbildung) essenziell. Die anamnestischen Angaben einer geringen Sonnenlichtexposition und einer niedrigen Vitamin-D-Zufuhr bei einem Kind mit generalisierter Schmelzhypoplasie sprechen für einen Vitamin-D-Mangel, der die normale Schmelzmineralisation während der Zahnentwicklung beeinträchtigt hat.
Wählen Sie eine Antwort aus, um die Erklärung anzuzeigen.
Weitere Fachgebiete
DentistUP ist eine unabhängige Bildungsplattform. Socket Science steht in keiner Verbindung zu NDEB, INBDE, JCNDE, ADA, GDC, ORE, ADC oder einer anderen Prüfungsbehörde und wird von diesen weder unterstützt, gesponsert noch anerkannt oder zugelassen. DentistUP enthält weder offizielle Prüfungsfragen noch aus früheren Prüfungen rekonstruierte Fragen und übernimmt keine Garantie für Prüfungsergebnisse. Die Inhalte dienen ausschließlich der Aus- und Weiterbildung und stellen keine individuelle klinische Beratung für Patienten dar.