Prüfungsfragen zu Anästhesie und Schmerzmanagement
Bei der Lokalanästhesie wird zahnmedizinisches Fachwissen unmittelbar zur Frage der Patientensicherheit. Deshalb wird sie in allen wichtigen zahnärztlichen Zulassungsprüfungen geprüft: im AFK und INBDE anhand pharmakologischer Fragestellungen und klinischer Fallbeispiele, im ORE und ADC mit Schwerpunkt auf sicherer Behandlung und Notfallmanagement. Diese zehn Fragen behandeln Injektionstechniken für Leitungsanästhesien im Unter- und Oberkiefer, die Pharmakologie von Lokalanästhetika des Amid- und Estertyps, Höchstdosierungen und Vasokonstriktoren, lokale Komplikationen wie Parästhesien und Hämatome, Sedierung und Allgemeinanästhesie, Notfallvorsorge sowie die Anpassung der Behandlung bei Patienten mit komplexen medizinischen Vorerkrankungen. Rechnen Sie mit Fragen dazu, welcher Nerv durch eine bestimmte Anästhesietechnik betäubt wird, warum eine Leitungsanästhesie versagt und welches Anästhetikum bei einer bestimmten medizinischen Vorgeschichte geeignet ist.
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Die Fragen wurden aus dem Englischen übersetzt. Die Prüfungen selbst werden in englischer Sprache durchgeführt.
Prüfungsfragen
Frage 1 von 10
Lokalanästhesie: Injektionstechnik
Welche Struktur soll durch eine Leitungsanästhesie des N. buccalis (N. buccalis longus), die üblicherweise ergänzend zu einer Leitungsanästhesie des N. alveolaris inferior (IANB) durchgeführt wird, anästhesiert werden?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Der N. buccalis longus innerviert die Weichgewebe und das Periost auf der bukkalen Seite der Unterkiefermolaren. Da diese Region durch eine Leitungsanästhesie des N. alveolaris inferior (IANB) nicht zuverlässig anästhesiert wird, erfolgt eine zusätzliche Injektion zur Anästhesie des N. buccalis, wenn eine Betäubung der bukkalen Weichgewebe erforderlich ist, beispielsweise bei Zahnextraktionen.
Frage 2 von 10
Behandlung medizinisch komplexer Patienten (anästhesiologische Aspekte)
Welches der folgenden endodontischen Verfahren wird bei einem Patienten mit schwerer Hämophilie A (Faktor-VIII-Mangel) im Allgemeinen einer Zahnextraktion vorgezogen, um schwerwiegende Blutungskomplikationen zu vermeiden?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Nichtchirurgische endodontische Verfahren bergen kein Risiko einer systemischen Blutung und werden daher bei Patienten mit Hämophilie gegenüber chirurgischen Zahnextraktionen deutlich bevorzugt.
Frage 3 von 10
Notfallvorsorge
Welche Maßnahme ist für das gesamte Praxisteam am wichtigsten, damit eine Notfallausrüstung in einer tatsächlichen Krisensituation wirksam eingesetzt werden kann?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Eine Notfallausrüstung ist nur dann hilfreich, wenn sie in einer Krisensituation innerhalb weniger Sekunden herbeigeschafft werden kann. Jedes Teammitglied sollte ihren genauen Aufbewahrungsort kennen und sofort darauf zugreifen können, da die behandelnde Fachperson häufig unmittelbar mit der Versorgung des Patienten beschäftigt ist.
Frage 4 von 10
Lokalanästhesie: Komplikationen
Welches Ereignis ist die häufigste Ursache eines Hämatoms nach einer Leitungsanästhesie des N. alveolaris superior posterior (PSA-Anästhesie)?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Die Injektionsstelle für die Anästhesie des N. alveolaris superior posterior liegt in der Nähe des Plexus venosus pterygoideus, eines dichten Venengeflechts. Dieses kann leicht punktiert werden, wenn die Kanüle zu weit vorgeschoben oder in einem falschen Winkel eingeführt wird. Dadurch kann sich rasch Blut im umgebenden Weichgewebe ansammeln, was zu einer sichtbaren Gesichtsschwellung führt.
Frage 5 von 10
Sedierung und Allgemeinanästhesie
Ein Patient ohne systemische Erkrankungen, mit normaler körperlicher Belastbarkeit und ohne regelmäßige Medikamenteneinnahme stellt sich zu einer routinemäßigen Zahnextraktion vor. Welcher ASA-Klassifikation des körperlichen Zustands entspricht dieser Patient?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. ASA I bezeichnet einen normalen, gesunden Patienten ohne systemische Erkrankung. Da bei diesem Patienten keine medizinischen Erkrankungen vorliegen, seine körperliche Leistungsfähigkeit normal ist und er keine Medikamente einnimmt, erfüllt er vor der Planung einer Sedierung oder Anästhesie die Kriterien der niedrigsten Risikoklasse.
Frage 6 von 10
Lokalanästhesie: Pharmakologie
Adrenalin (Epinephrin) wird Lokalanästhetikumlösungen hauptsächlich zugesetzt, weil es an der Injektionsstelle welche lokale Wirkung hervorruft?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Adrenalin bewirkt eine Verengung der Blutgefäße an der Injektionsstelle und verlangsamt dadurch die vaskuläre Resorption des Lokalanästhetikums. Dies verlängert die Dauer der Pulpa- und Weichgewebsanästhesie, senkt die maximalen Plasmakonzentrationen des Lokalanästhetikums und verbessert die Hämostase im Operationsgebiet.
Frage 7 von 10
Notfallvorsorge
Für welche der folgenden Situationen werden orale Glukose oder andere Zuckerquellen hauptsächlich in der Notfallausrüstung vorgehalten?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Ein bei Bewusstsein befindlicher Patient mit Anzeichen einer Hypoglykämie kann orale Glukose oder eine andere schnell wirksame Zuckerquelle sicher zu sich nehmen, um den Blutzuckerspiegel rasch anzuheben. Bei bewusstlosen Patienten ist ein anderer Verabreichungsweg erforderlich, da bei oraler Zufuhr Aspirationsgefahr besteht.
Frage 8 von 10
Lokalanästhesie: Injektionstechnik
Ein einzelner Unterkiefermolar benötigt eine zusätzliche Anästhesie, nachdem eine Leitungsanästhesie des N. alveolaris inferior (IANB) nur eine unvollständige Betäubung bewirkt hat. Der Behandler möchte eine erneute vollständige Leitungsanästhesie vermeiden. Welche Technik ist am besten geeignet?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Bei der intraligamentären Injektion wird eine kleine Menge Lokalanästhetikum direkt in den Parodontalspalt des einzelnen Zahns eingebracht, der eine zusätzliche Anästhesie benötigt. Dadurch lässt sich rasch eine örtlich begrenzte Pulpaanästhesie erreichen, ohne eine vollständige regionale Leitungsanästhesie wiederholen zu müssen.
Frage 9 von 10
Behandlung medizinisch komplexer Patienten (anästhesiologische Aspekte)
Ein 68-jähriger männlicher Patient, der seit Langem mit Warfarin behandelt wird (INR 2,5), benötigt eine Wurzelkanalbehandlung an einem nekrotischen oberen mittleren Schneidezahn. Welche der folgenden Vorgehensweisen ist hinsichtlich seiner Antikoagulation am angemessensten?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Eine nichtchirurgische Wurzelkanalbehandlung ist ein nichtinvasives Verfahren, das keine nennenswerten Blutungen verursacht. Daher sollte die Warfarin-Therapie nicht verändert werden, insbesondere bei Patienten, deren INR-Wert innerhalb des therapeutischen Bereichs (2,0–3,0) liegt.
Frage 10 von 10
Lokalanästhesie: Injektionstechnik
Bei einem Patienten ist eine restaurative Behandlung am ersten Oberkieferprämolaren erforderlich. Eine alleinige Infiltrationsanästhesie führt jedoch zu einer unvollständigen Betäubung. Welche Leitungsanästhesie zielt am unmittelbarsten auf die Nervenversorgung dieses Zahns ab?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Der N. alveolaris superior medius, der bei ungefähr zwei Dritteln der Patienten vorhanden ist, innerviert die Oberkieferprämolaren und die mesiobukkale Wurzel des ersten Oberkiefermolaren. Durch eine gezielte Anästhesie dieses Nervs kann die Betäubung ergänzt werden, wenn eine alleinige Infiltrationsanästhesie bei Behandlungen an Prämolaren nicht ausreicht.
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