Prüfungsfragen zu Endodontie
Die Endodontie gehört zu den am häufigsten geprüften klinischen Fachgebieten in zahnmedizinischen Zulassungs- und Approbationsprüfungen und ist zugleich eines der Gebiete, in denen durch ungenaue Diagnosestellung besonders leicht Punkte verloren gehen. Diese Fragen behandeln Pulpabiologie und Pulpaerkrankungen, periapikale Pathologien, die Gestaltung der Zugangskavität, Instrumentierung, Spülung und Desinfektion, Wurzelkanalobturation, Vitalerhaltung der Pulpa und regenerative Endodontie, Traumata und Resorptionen, endodontische Notfälle, Komplikationen und Revisionsbehandlungen sowie die Schnittstelle zwischen Endodontie und restaurativer Zahnheilkunde. Bei den Prüfungen AFK, INBDE, ORE und ADC müssen Sie mit klinischen Fallvignetten rechnen, die auf den Ergebnissen von Pulpasensibilitätstests, röntgenologischen Befunden und Symptomen basieren. Dabei besteht die Aufgabe darin, die korrekte pulpaldiagnostische und periapikale Diagnose zu stellen und die daraus resultierende geeignete Behandlung festzulegen.
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Die Fragen wurden aus dem Englischen übersetzt. Die Prüfungen selbst werden in englischer Sprache durchgeführt.
Prüfungsfragen
Frage 1 von 10
Wurzelkanalbehandlung, Zugangskavität und Instrumentierung
Wenn ein elektronisches Apex-Lokalisationsgerät zur Bestimmung der Arbeitslänge verwendet wird, entspricht der angezeigte Messwert am ehesten welcher anatomischen Struktur?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Der Messwert eines elektronischen Apex-Lokalisationsgeräts entspricht am ehesten der apikalen Konstriktion, der engsten Stelle des Wurzelkanals. Diese stellt den idealen apikalen Endpunkt für die Wurzelkanalaufbereitung und die Wurzelkanalobturation dar.
Frage 2 von 10
Periapikale Pathologie
Eine Röntgenaufnahme eines asymptomatischen ersten Unterkiefermolaren mit einer tiefreichenden Restauration zeigt eine scharf begrenzte röntgenopake Zone um den Apex der mesialen Wurzel. Der Parodontalspalt ist weiterhin erkennbar. Welche Diagnose ist für diesen Befund am wahrscheinlichsten?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Die kondensierende Ostitis (Ostitis condensans) ist eine fokale röntgenopake Knochenreaktion auf einen geringgradigen, lang anhaltenden entzündlichen Reiz aus der Pulpa. Typischerweise tritt sie apikal eines Zahnes mit einer tiefen kariösen Läsion oder einer tiefreichenden Restauration auf, wobei der Parodontalspalt erhalten bleibt. Dieses Merkmal hilft bei der Abgrenzung gegenüber zystischen oder dysplastischen Veränderungen, die ebenfalls mit röntgenopaken Befunden einhergehen können.
Frage 3 von 10
Wurzelkanalobturation
Welche Bedeutung hat das Foramen apicale für die Festlegung des apikalen Endpunkts der Wurzelkanalobturation?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Das Foramen apicale ist die Austrittsöffnung des Wurzelkanals an der Wurzeloberfläche. Die Wurzelkanalobturation sollte an der apikalen Konstriktion enden, die sich ungefähr 0,5–1 mm koronal des Foramen apicale befindet. Dadurch soll verhindert werden, dass Wurzelkanalfüllmaterialien in das periapikale Gewebe überpresst werden.
Frage 4 von 10
Endodontisch bedingte Schmerzen und Notfälle
Ein Patient berichtet über Schmerzen im Gesichtsbereich. Keiner der Zähne zeigt jedoch eine abnorme Reaktion auf Perkussion, Palpation oder Pulpasensibilitätstests. Auch röntgenologisch lassen sich keine dentalen Auffälligkeiten feststellen. Welches der folgenden Merkmale spricht am ehesten für eine nicht odontogene statt einer odontogenen Schmerzursache?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Odontogene Schmerzen lassen sich typischerweise einem bestimmten Zahn zuordnen und durch thermische Reize, Perkussion oder Kaubelastung reproduzieren, da sie von Nozizeptoren der Pulpa oder des periapikalen Gewebes ausgehen. Schmerzen, die sich nicht eindeutig lokalisieren lassen und durch diese diagnostischen Tests nicht beeinflusst werden, weisen dagegen auf eine nicht odontogene Ursache hin. Dazu zählen beispielsweise myofasziale, neuropathische oder von den Nasennebenhöhlen ausgehende Schmerzen. In solchen Fällen ist eine erweiterte Differenzialdiagnostik erforderlich.
Frage 5 von 10
Schnittstelle zwischen Endodontie und restaurativer Zahnheilkunde
Welche der folgenden Komplikationen tritt am wahrscheinlichsten als direkte Folge der Auswahl eines übermäßig breiten Wurzelstifts für einen engen Wurzelkanal auf?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Die Verwendung eines übermäßig breiten Wurzelstifts erfordert die Entfernung wertvoller Wurzeldentinsubstanz. Dadurch wird die Wurzel strukturell geschwächt und das Risiko einer vertikalen Wurzelfraktur erheblich erhöht.
Frage 6 von 10
Komplikationen und endodontische Revisionsbehandlung
Ein Zahn weist trotz einer fachgerecht durchgeführten nicht chirurgischen endodontischen Revisionsbehandlung weiterhin eine persistierende periapikale Aufhellung auf. Eine weitere Verbesserung der Wurzelkanalbehandlung über einen orthograden Zugang ist nicht möglich, da ein passgenau sitzender Wurzelstift vorhanden ist, der nicht ohne Risiko entfernt werden kann. Welches Vorgehen ist am besten geeignet?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Wenn nach einer fachgerecht durchgeführten orthograden Revisionsbehandlung weiterhin eine persistierende apikale Erkrankung besteht und die vorhandene koronale Restauration einen sicheren erneuten Zugang zum Wurzelkanalsystem verhindert, ist ein endodontisch-chirurgisches Vorgehen angezeigt. Durch eine Wurzelspitzenresektion mit retrograder Kavitätenpräparation und anschließendem Einbringen eines retrograden Wurzelfüllmaterials, beispielsweise Mineraltrioxidaggregat (MTA) oder eines biokeramischen Materials, kann die apikale Pathologie gezielt behandelt werden, ohne die bestehende koronale Restauration zu beeinträchtigen.
Frage 7 von 10
Dentale Traumata und Wurzelresorptionen
Eine periapikale Röntgenaufnahme zeigt eine rundliche röntgenologische Aufhellung, die das Wurzelkanallumen symmetrisch zu erweitern scheint. Die Läsion bleibt unabhängig vom horizontalen Projektionswinkel der Röntgenaufnahme innerhalb der Wurzel zentriert. Welche Form der Resorption liegt am wahrscheinlichsten vor?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Die interne Wurzelresorption geht von der Wurzelkanalwand aus. Daher erscheint die Läsion bei Röntgenaufnahmen mit unterschiedlichen horizontalen Projektionswinkeln konzentrisch zum Wurzelkanallumen und verändert ihre Projektionsposition gemeinsam mit dem Wurzelkanal. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber externen Wurzelresorptionen, bei denen sich die Position des Resorptionsdefekts relativ zum Wurzelkanal bei einer Änderung des Projektionswinkels verschiebt.
Frage 8 von 10
Vitalerhaltung der Pulpa und regenerative Endodontie
Ein 12-jähriger Patient weist nach einem Zahntrauma an Zahn 21 eine Pulpanekrose mit offenem Apex und einer periapikalen Aufhellung auf. Eine regenerative endodontische Behandlung ist nicht durchführbar. Welches Material wird nach der Desinfektion zur Herstellung einer apikalen Barriere verwendet?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Mineraltrioxidaggregat (MTA) wird zur Herstellung einer apikalen Barriere bei einem unreifen permanenten Zahn mit nekrotischer Pulpa und offenem Apex verwendet, wenn eine regenerative endodontische Behandlung nicht möglich ist. Die künstlich geschaffene apikale Barriere ermöglicht anschließend eine konventionelle Wurzelkanalobturation.
Frage 9 von 10
Pulpabiologie und Pulpaerkrankungen
Ein Patient klagt über stechende Schmerzen an Zahn 2.5 beim Kontakt mit kaltem Wasser. Nach Entfernung des Kältereizes klingen die Schmerzen innerhalb von 1–2 Sekunden vollständig ab. Welche pulpad iagnostische Diagnose ist am wahrscheinlichsten und welche Behandlung ist angemessen?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Eine reversible Pulpitis ist durch einen stechenden, kurz anhaltenden Schmerz auf thermische Reize gekennzeichnet, der unmittelbar nach Entfernung des auslösenden Reizes wieder abklingt. Die Behandlung erfolgt durch eine konservierende restaurative Versorgung.
Frage 10 von 10
Wurzelkanalspülung und Desinfektion
Welche der folgenden Maßnahmen gehört NICHT zu den Zielen der Wurzelkanalspülung?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Die Obturation, also die dauerhafte Füllung und Abdichtung des Wurzelkanals, ist ein eigenständiger Behandlungsschritt, der nach der Wurzelkanalspülung erfolgt. Sie gehört daher nicht zu den Zielen der Spüllösungen. Zu den Zielen der Wurzelkanalspülung zählen die Entfernung von Gewebetrümmern und Dentinspänen, die antimikrobielle Wirkung, die Auflösung organischer und anorganischer Gewebebestandteile, die Entfernung beziehungsweise Kontrolle der Schmierschicht (Smear Layer), die Schmierung der Instrumente und die Kühlung.
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