Prüfungsfragen zu Hygiene und Infektionskontrolle
Fragen zur Infektionskontrolle gehören zu den am besten vorhersehbaren Prüfungsinhalten zahnmedizinischer Zulassungsprüfungen – und gleichzeitig zu den besonders ärgerlichen Fehlerquellen. Dieser Fragensatz behandelt Standardhygienemaßnahmen und persönliche Schutzausrüstung (PSA), die Aufbereitung von Instrumenten, Sterilisationsverfahren und deren Überwachung, Desinfektion, die Wasser führenden Systeme zahnärztlicher Behandlungseinheiten, den Umgang mit besonders überwachungsbedürftigen Abfällen sowie spitzen und scharfen Gegenständen, berufliche Expositionen gegenüber durch Blut übertragbaren Krankheitserregern und den Arbeitsschutz. Bei AFK, INBDE, ORE und ADC wird erwartet, dass Sie sowohl die korrekte Vorgehensweise als auch deren Begründung kennen: warum ein Instrument als kritisch eingestuft wird, welches Sterilisationsverfahren für einen hitzeempfindlichen Gegenstand geeignet ist und welche Sofortmaßnahmen nach einer Nadelstichverletzung erforderlich sind.
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Die Fragen wurden aus dem Englischen übersetzt. Die Prüfungen selbst werden in englischer Sprache durchgeführt.
Prüfungsfragen
Frage 1 von 10
Desinfektion
Ein Mitglied des Praxisteams geht davon aus, dass durch das Abwischen einer Oberfläche im Behandlungszimmer mit einem Desinfektionsmittel mittleren Wirkungsgrades auch die darauf befindlichen Bakteriensporen abgetötet werden. Warum ist diese Annahme falsch?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Desinfektionsmittel mittleren Wirkungsgrades (Intermediate-Level-Desinfektionsmittel) besitzen eine tuberkulozide Wirkung und sind gegen ein breites Spektrum vegetativer Bakterien, Pilze und zahlreiche Viren wirksam. Sie sind jedoch weder dafür formuliert noch entsprechend validiert, Bakteriensporen zuverlässig abzutöten. Wenn eine Abtötung von Sporen erforderlich ist, kann man sich nur auf eine Sterilisation oder auf spezifische hochwirksame beziehungsweise sporizide Verfahren verlassen.
Frage 2 von 10
Hygienemanagement der Wasser führenden Systeme zahnärztlicher Behandlungseinheiten
Welche Wasserquelle sollte bei einem chirurgischen Eingriff, bei dem Knochen oder subkutanes Gewebe freigelegt werden, anstelle des Wassers aus den üblichen Wasserleitungen der zahnärztlichen Behandlungseinheit zur Spülung verwendet werden?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Da die Sterilität des Wassers aus den üblichen Wasser führenden Systemen zahnärztlicher Behandlungseinheiten selbst nach Spülung und Wasseraufbereitung nicht zuverlässig gewährleistet werden kann, muss bei chirurgischen Eingriffen, bei denen Knochen oder normalerweise steriles Gewebe freigelegt werden, steriles Wasser oder sterile Kochsalzlösung verwendet werden. Die Zufuhr muss über sterile Vorrichtungen erfolgen, beispielsweise über eine sterile Ballonspritze oder ein spezielles steriles Spülsystem. Das Wasser darf nicht aus den regulären Wasserleitungen der Behandlungseinheit stammen.
Frage 3 von 10
Sterilisationsverfahren
Nach einem Sterilisationszyklus zeigt der Ausdruck des Autoklaven, dass die Temperatur den programmierten Sollwert zu keinem Zeitpunkt erreicht hat. Welche Schlussfolgerung muss das Praxisteam hinsichtlich dieser Sterilisationscharge ziehen?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Wenn ein physikalischer beziehungsweise mechanischer Prozessindikator, beispielsweise ein Chargenausdruck, ein Messgerät oder eine digitale Anzeige, erkennen lässt, dass ein vorgeschriebener Prozessparameter nicht erreicht wurde, ist dies ein unmittelbarer physikalischer Nachweis dafür, dass die erforderlichen Sterilisationsbedingungen nicht erfüllt waren. Unabhängig von der abgelaufenen Prozessdauer oder dem äußeren Erscheinungsbild der Verpackungen muss die gesamte Charge als nicht ordnungsgemäß sterilisiert betrachtet und erneut fachgerecht aufbereitet werden.
Frage 4 von 10
Berufliche Exposition gegenüber durch Blut übertragbaren Krankheitserregern
Wie müssen die Aufzeichnungen über einen beruflichen Expositionsvorfall bei der betroffenen beschäftigten Person aufbewahrt werden?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Die Dokumentation von Expositionsvorfällen und die zugehörigen medizinischen Unterlagen enthalten besonders schützenswerte Gesundheitsdaten. Sie müssen daher vertraulich aufbewahrt werden, üblicherweise getrennt von den allgemeinen Personalakten und mit entsprechend eingeschränkten Zugriffsrechten. Dies entspricht den etablierten Grundsätzen zum Schutz personenbezogener medizinischer Daten von Beschäftigten.
Frage 5 von 10
Entsorgung medizinischer Abfälle sowie spitzer und scharfer Gegenstände
Eine Mullkompresse wurde verwendet, um eine geringe Menge Speichel aufzunehmen. Sie ist weder durchtränkt noch tropft Flüssigkeit aus ihr heraus. Wie wird dieser Gegenstand bei der Entsorgung üblicherweise eingestuft?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Die Einstufung medizinischer Abfälle hängt im Allgemeinen davon ab, ob ein Gegenstand mit Blut oder Speichel durchtränkt ist oder ob beim Zusammendrücken Flüssigkeit austreten würde. Ein nur geringfügig verunreinigter Gegenstand, der nicht durchtränkt ist und bei dem nur ein minimales Risiko des Flüssigkeitsaustritts besteht, wird üblicherweise als allgemeiner Abfall und nicht als besonders überwachungsbedürftiger medizinischer Abfall entsorgt. Dadurch wird zwischen gewöhnlichen Abfällen aus der klinischen Versorgung und tatsächlich biologisch gefährlichem Material unterschieden.
Frage 6 von 10
Standardhygienemaßnahmen und persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Während einer längeren zahnärztlichen Behandlung mit mehreren aerosolbildenden Arbeitsschritten trägt die behandelnde Person einen chirurgischen Mund-Nasen-Schutz. Wann muss dieser gewechselt werden?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Ein chirurgischer Mund-Nasen-Schutz verliert an Filtrationswirksamkeit, sobald er durch Atemfeuchtigkeit oder Spritzer feucht wird. Deshalb muss er zwischen den Behandlungen verschiedener Patienten sowie jederzeit während eines Eingriffs gewechselt werden, wenn er durchfeuchtet oder sichtbar kontaminiert ist. Er darf nicht allein aufgrund eines festgelegten wöchentlichen Wechselintervalls weitergetragen werden.
Frage 7 von 10
Arbeitsablauf bei der Instrumentenaufbereitung
Eine als Einmalprodukt für die Anwendung bei nur einem Patienten gekennzeichnete Kanüle zur Lokalanästhesie wurde bei einem Patienten verwendet. Was muss anschließend mit dieser Kanüle geschehen?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Einmalprodukte werden ausschließlich für eine einmalige Verwendung hergestellt und entsprechend validiert. Sie sind nicht dafür ausgelegt, Aufbereitungsverfahren zu überstehen oder nach einer solchen Aufbereitung ihre vorgesehene Funktion und Sicherheit weiterhin zuverlässig zu erfüllen. Nach der Verwendung bei einem einzigen Patienten müssen sie daher sachgerecht entsorgt werden. Bei spitzen oder scharfen Gegenständen erfolgt die Entsorgung in einem dafür geeigneten stich- und bruchfesten Abwurfbehälter. Eine Sterilisation mit anschließender Wiederverwendung ist unabhängig davon, ob die Anwendung bei demselben oder bei einem anderen Patienten erfolgen soll, nicht zulässig.
Frage 8 von 10
Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz
Eine Dentalhygienikerin hat seit mehr als zehn Jahren keine Tdap-Auffrischimpfung erhalten und arbeitet in engem Kontakt mit pädiatrischen Patienten. Welche Überlegung hinsichtlich ihres Impfschutzes ist zutreffend?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Der durch pertussishaltige Impfstoffe vermittelte Schutz nimmt im Laufe der Zeit ab. Deshalb wird für Beschäftigte im Gesundheitswesen eine regelmäßige Auffrischung des Impfschutzes mit einem Tdap-Impfstoff (Tetanus, Diphtherie und azelluläre Pertussis) empfohlen, insbesondere wenn sie häufigen und engen Kontakt zu Patienten haben. Dadurch soll der Schutz vor Pertussis (Keuchhusten) aufrechterhalten und das Übertragungsrisiko im klinischen Umfeld verringert werden.
Frage 9 von 10
Hygienemanagement der Wasser führenden Systeme zahnärztlicher Behandlungseinheiten
Eine zahnärztliche Behandlungseinheit verfügt über ein unabhängiges Wasserversorgungssystem mit eigenem Wasserbehälter, anstatt direkt an das kommunale Trinkwassernetz angeschlossen zu sein. Welchen Vorteil bietet dieses System für das Wasserqualitätsmanagement?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Ein unabhängiges Wasserversorgungssystem mit eigenem Vorratsbehälter ermöglicht es der Zahnarztpraxis, die Zusammensetzung des Wassers, das in die Wasserleitungen gelangt, gezielt zu kontrollieren. Dazu gehört auch die Verwendung speziell aufbereiteten Wassers oder chemischer Wasserbehandlungsmittel, die zur Hemmung der Biofilmbildung entwickelt wurden. Dadurch besteht eine unmittelbarere Kontrolle über die Wasserqualität, als wenn die Wasserversorgung ausschließlich vom kommunalen Trinkwassernetz und den Rohrleitungen des Gebäudes abhängt.
Frage 10 von 10
Standardhygienemaßnahmen und persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Während einer zahnärztlichen Behandlung wird ein Schutzkittel sichtbar stark mit Flüssigkeit durchtränkt. Wie sollte die behandelnde Person vorgehen?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Schutzkittel sollen verhindern, dass Flüssigkeiten mit der Haut oder der darunter getragenen Kleidung in Kontakt kommen. Sobald ein Schutzkittel jedoch sichtbar vollständig durchfeuchtet beziehungsweise durchtränkt ist, ist seine Schutzbarriere beeinträchtigt. Um einen wirksamen Schutz aufrechtzuerhalten, muss er durch einen frischen Schutzkittel ersetzt werden. Das weitere Tragen eines durchtränkten Kleidungsstücks bietet keine verlässliche Schutzwirkung mehr.
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