Prüfungsfragen zu Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Prüfungsfragen zur Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie prüfen sichere klinische Entscheidungsfindung ebenso wie operative Techniken. Diese Fragensammlung behandelt Zahnextraktionen, retinierte und verlagerte Zähne, perioperatives Management, odontogene Infektionen, dentoalveoläre Traumata, Biopsietechniken, präprothetische Chirurgie, Dysgnathiechirurgie, Speicheldrüsenchirurgie sowie orofaziale Schmerzen aus chirurgischer und neurologischer Perspektive. In den Prüfungen AFK, INBDE, ORE und ADC müssen Sie bei typischen Fragestellungen beispielsweise das Risiko einer Nervverletzung vor der Entfernung eines dritten Molaren beurteilen, eine geeignete antibiotische Therapie oder chirurgische Drainage bei einer sich ausbreitenden Infektion auswählen oder das perioperative Vorgehen bei einem Patienten mit komplexen medizinischen Vorerkrankungen festlegen. Fundierte Kenntnisse der Kopf-Hals-Anatomie erleichtern die Bearbeitung dieses Fachgebiets erheblich.
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Die Fragen wurden aus dem Englischen übersetzt. Die Prüfungen selbst werden in englischer Sprache durchgeführt.
Prüfungsfragen
Frage 1 von 10
Präprothetische Chirurgie
Wann ist die chirurgische Entfernung eines Torus palatinus am häufigsten indiziert?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Ein Torus palatinus wird in der Regel nicht behandelt, es sei denn, er beeinträchtigt die Herstellung, Retention oder Stabilität einer Zahnprothese, verursacht wiederkehrende traumatisch bedingte Ulzerationen oder beeinträchtigt die Sprechfunktion beziehungsweise die Mundhygiene. Bei dieser knöchernen Veränderung handelt es sich um eine benigne, langsam wachsende Exostose.
Frage 2 von 10
Zahnextraktion
Die Branchen der Unterkiefermolarenzange Nr. 17 besitzen spitz zulaufende Fortsätze. In welche anatomische Struktur sollen diese Fortsätze gezielt eingreifen?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Die Unterkiefermolarenzangen Nr. 17 und Nr. 222 besitzen spitz zulaufende Zangenbranchen in einer sogenannten Falkenschnabelform (Hawk's-bill-Design). Diese sind speziell dafür konstruiert, in die bukkalen und lingualen Furkationsbereiche einzugreifen. Dadurch wird ein möglichst tiefer und sicherer Halt unterhalb der Zahnkrone ermöglicht. Das Eingreifen in die Furkation gewährleistet eine wirksame Übertragung der Extraktionskräfte auf den Wurzelkomplex.
Frage 3 von 10
Orofaziale Schmerzen (chirurgische und neurologische Aspekte)
Welche der folgenden Schmerzcharakteristiken beschreibt die klassische Trigeminusneuralgie am zutreffendsten?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Die klassische Trigeminusneuralgie äußert sich durch plötzlich auftretende, kurz andauernde, sehr starke, elektrisierend einschießende Schmerzattacken im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Äste des Nervus trigeminus. Die Schmerzparoxysmen werden häufig durch leichte kutane Reize ausgelöst, beispielsweise durch Berührung des Gesichts, Kauen oder Zähneputzen.
Frage 4 von 10
Infektionen
Ein 24-jähriger Patient stellt sich 48 Stunden nach einer Leitungsanästhesie des Nervus alveolaris inferior (IANB) vor, die im Rahmen einer restaurativen zahnärztlichen Behandlung durchgeführt wurde. Der Patient klagt über eine stark eingeschränkte Mundöffnung (Trismus) von 12 mm und leichte Schmerzen. Weder intraoral noch extraoral ist eine sichtbare Schwellung vorhanden. Welcher der folgenden Faszienräume ist bei dieser lokalisierten Infektion am wahrscheinlichsten betroffen?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Eine Infektion des pterygomandibulären Raums, die unter anderem durch kontaminierte Injektionskanülen bei einer Leitungsanästhesie des Nervus alveolaris inferior entstehen kann, führt aufgrund einer Entzündung des Musculus pterygoideus medialis zu einem ausgeprägten Trismus. Dabei ist die äußerlich sichtbare Schwellung häufig nur gering ausgeprägt oder fehlt vollständig.
Frage 5 von 10
Dysgnathiechirurgie
Welches Ziel steht bei der präoperativen kieferorthopädischen Behandlung vor einem dysgnathiechirurgischen Eingriff im Vordergrund?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Die präoperative kieferorthopädische Behandlung dient der dentalen Dekompensation. Dabei werden kompensatorische Zahnkippungen beseitigt, die zuvor die zugrunde liegende skelettale Diskrepanz kaschiert haben. Gleichzeitig werden die Zahnbögen ausgerichtet, sodass die Zähne nach der chirurgischen Neupositionierung der Kiefer in eine stabile, funktionelle Okklusion gebracht werden können.
Frage 6 von 10
Dentoalveoläre Traumata
Welche der folgenden Aussagen beschreibt am BESTEN, weshalb unmittelbar nach der Extraktion eines Zahnes mit einem großen periapikalen Abszess kein Implantat eingesetzt beziehungsweise keine Knochenaugmentation durchgeführt werden sollte?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Eine aktive Infektion geht mit einer hohen bakteriellen Belastung, der Freisetzung entzündungsfördernder Zytokine und enzymatischen Abbauprozessen einher. Diese Faktoren beeinträchtigen das für die Osseointegration und die Einheilung des Knochenaugmentats erforderliche infektionsfreie Milieu.
Frage 7 von 10
Biopsietechniken und chirurgische Aspekte der Oralpathologie
Wie lässt sich die Bürstenbiopsie einer verdächtigen Läsion der Mundschleimhaut als diagnostisches Verfahren am zutreffendsten beschreiben?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Die Bürstenbiopsie ist ein minimalinvasives, ergänzendes Screeningverfahren, bei dem eine transepitheliale Zellprobe zur zytologischen Untersuchung gewonnen wird. Obwohl dieses Verfahren für die Früherkennung hilfreich sein kann, erfordert jeder positive oder atypische Befund eine konventionelle Biopsie mit dem Skalpell, um eine definitive histopathologische Gewebediagnose zu ermöglichen.
Frage 8 von 10
Retinierte und verlagerte Zähne
Welche Lagebeziehung eines retinierten dritten Unterkiefermolaren wird in der Klassifikation nach Pell und Gregory durch Klasse I beschrieben?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Klasse I nach Pell und Gregory beschreibt einen ausreichend großen anteroposterioren Raum zwischen dem aufsteigenden Unterkieferast (Ramus mandibulae) und der distalen Fläche des zweiten Molaren, um die mesiodistale Breite der Krone des dritten Molaren aufzunehmen. Dies deutet im Allgemeinen auf eine einfachere chirurgische Entfernung hin.
Frage 9 von 10
Speicheldrüsenchirurgie
Durch welchen der folgenden Befunde lässt sich eine akute bakterielle Sialadenitis hauptsächlich von einer unkomplizierten Sialolithiasis unterscheiden?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Während die Sialolithiasis eine mechanische Obstruktion durch einen Speichelstein darstellt, treten bei einer akuten bakteriellen Sialadenitis zusätzlich Zeichen einer aktiven bakteriellen Infektion auf. Hierzu gehören eitriger Sekretaustritt aus dem Speicheldrüsenausführungsgang, Rötung und Überwärmung der darüberliegenden Haut beziehungsweise Schleimhaut, Fieber sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl. Diese Befunde ermöglichen die klinische Abgrenzung gegenüber einer unkomplizierten Abflussbehinderung.
Frage 10 von 10
Perioperatives Management
Welche der folgenden Empfehlungen bezüglich des Operationsgebiets gehört üblicherweise zu den standardmäßigen postoperativen Verhaltensanweisungen unmittelbar nach einer unkomplizierten Zahnextraktion?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Zu den standardmäßigen unmittelbaren postoperativen Verhaltensanweisungen gehört, fest auf einen Gazetupfer zu beißen, um die Bildung eines stabilen Blutkoagulums zu fördern. Außerdem sollten kräftiges Mundspülen und Ausspucken während ungefähr des ersten Tages vermieden werden. Eine frühzeitige Störung des sich bildenden Blutkoagulums erhöht das Risiko für Nachblutungen oder eine Alveolitis sicca (Dry Socket).
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