Prüfungsfragen zu Oralpathologie
Die Oralpathologie gehört zu den bildorientiertesten und am intensivsten geprüften Fachgebieten in zahnmedizinischen Zulassungsprüfungen. Diese Fragen behandeln odontogene Zysten und Tumoren, fibroossäre und nicht odontogene Läsionen der Kiefer, Erkrankungen der Mundschleimhaut, Speicheldrüsenpathologie, Entwicklungsanomalien, Kopf-Hals-Onkologie sowie orale Manifestationen systemischer Erkrankungen. Bei den Prüfungen AFK, INBDE, ORE und ADC müssen Sie damit rechnen, anhand eines radiologischen Befundes oder einer klinischen Beschreibung die wahrscheinlichste Diagnose zu stellen. Außerdem sollten Sie wissen, welche Läsionen zu Rezidiven neigen, welche eine maligne Transformation durchlaufen können und bei welchen eine dringliche Überweisung erforderlich ist.
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Die Fragen wurden aus dem Englischen übersetzt. Die Prüfungen selbst werden in englischer Sprache durchgeführt.
Prüfungsfragen
Frage 1 von 10
Nicht odontogene Tumoren und fibroossäre Läsionen der Kiefer
Da das zentrale Riesenzellgranulom histologisch nicht vom braunen Tumor bei Hyperparathyreoidismus zu unterscheiden ist, welcher diagnostische Schritt ist vor der Behandlung unerlässlich?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Das zentrale Riesenzellgranulom und der braune Tumor bei Hyperparathyreoidismus weisen ein identisches histologisches Erscheinungsbild mit mehrkernigen Riesenzellen innerhalb eines fibrozellulären Stromas auf. Daher ist die Bestimmung von Serumkalzium, Phosphat und Parathormon (PTH) unerlässlich, um vor einer lokalen Behandlung eine zugrunde liegende Erkrankung der Nebenschilddrüsen auszuschließen.
Frage 2 von 10
Odontogene Zysten
Welcher histologische Befund ist für die kalzifizierende odontogene Zyste (Gorlin-Zyste) am charakteristischsten?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Die kalzifizierende odontogene Zyste ist histologisch durch das Vorhandensein von Geisterzellen (Ghost Cells) gekennzeichnet. Dabei handelt es sich um Epithelzellen, die ihre Zellkerne verloren haben, deren Zellkonturen jedoch noch schwach erkennbar sind. Diese Geisterzellen mineralisieren häufig, wodurch verstreute kalzifizierte Herde innerhalb der Zystenauskleidung entstehen.
Frage 3 von 10
Kopf-Hals-Onkologie (zahnmedizinisch relevanter Bereich)
Welche Kombination von Faktoren stellt die am besten belegten Risikofaktoren für das orale Plattenepithelkarzinom dar?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Tabakkonsum in jeglicher Form, starker Alkoholkonsum und Infektionen mit Hochrisiko-Typen des humanen Papillomavirus gehören zu den am besten belegten und am intensivsten untersuchten Risikofaktoren für das orale Plattenepithelkarzinom. Dabei zeigen Tabak und Alkohol hinsichtlich des Erkrankungsrisikos eine synergistische und nicht lediglich additive Wirkung.
Frage 4 von 10
Entwicklungsbedingte und genetische Kiefer- und Zahnanomalien (pathologische Aspekte)
Welcher radiologische Befund zeigt sich bei Zähnen mit Dentinogenesis imperfecta im zeitlichen Verlauf am typischerweise?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Die Dentinogenesis imperfecta ist radiologisch durch eine fortschreitende Obliteration der Pulpakammern und Wurzelkanäle gekennzeichnet, da kontinuierlich abnormes Dentin abgelagert wird. Dies steht im Gegensatz zur Amelogenesis imperfecta, bei der ausschließlich die Schmelzbildung gestört ist und die Morphologie der Pulpakammern weitgehend normal bleibt.
Frage 5 von 10
Odontogene Tumoren
Worin unterscheidet sich das periphere Ameloblastom hauptsächlich von den intraossären Formen des Ameloblastoms?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Das periphere Ameloblastom ist eine Weichgewebevariante, die aus dem Gingivaepithel oder aus Resten der Zahnleiste hervorgeht und auf die Gingiva beziehungsweise die Alveolarmukosa begrenzt bleibt, ohne primär in den Knochen einzudringen. Daher zeigt es im Allgemeinen ein weniger aggressives biologisches Verhalten und wird mittels konservativer lokaler Exzision behandelt.
Frage 6 von 10
Speicheldrüsenpathologie
Das Mukoepidermoidkarzinom ist klinisch bedeutsam, weil welche der folgenden Aussagen auf diesen Tumor zutrifft?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Das Mukoepidermoidkarzinom ist der häufigste maligne Speicheldrüsentumor. Es besteht aus einer Mischung schleimproduzierender und epidermoider (plattenepithelähnlicher) Zellen und kann sowohl in den großen als auch in den kleinen Speicheldrüsen auftreten. Abhängig vom histologischen Malignitätsgrad reicht sein biologisches Verhalten von indolent bis aggressiv.
Frage 7 von 10
Pathologie der Mundschleimhaut
Bei einem 39-jährigen Mann treten unmittelbar brennende Schmerzen und eine weiße, sich abschilfernde Läsion an der Gingiva auf, nachdem während einer Behandlung versehentlich konzentriertes Phenol mit dem Gewebe in Kontakt gekommen ist. Die benachbarten Zähne sind weiterhin nicht druckschmerzhaft und vital. Röntgenaufnahmen bestätigen, dass keine knöcherne Beteiligung vorliegt. Wie lässt sich ein weißer, sich abschilfernder und schmerzhafter Schleimhautbezirk an der Gingiva, der unmittelbar nach Kontakt mit einer ätzenden Substanz auftritt, am besten bezeichnen?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Eine unmittelbar nach dem Kontakt der Schleimhaut mit einer ätzenden Chemikalie auftretende weiße, sich abschilfernde und schmerzhafte Läsion entspricht einer chemischen Verätzung. Dabei verursacht die chemische Substanz eine Koagulation und Nekrose des oberflächlichen Epithels.
Frage 8 von 10
Orale Manifestationen systemischer Erkrankungen
Welcher Befund ist für die orale Beteiligung bei systemischem oder diskoidem Lupus erythematodes am typischsten?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Orale Läsionen bei Lupus erythematodes zeigen sich klassischerweise als chronische Ulzerationen, die von unregelmäßigen weißen, keratotischen Streifen umgeben sind. Diese verlaufen von einem zentralen erythematösen Bereich radiär nach außen. Am häufigsten sind die Wangenschleimhaut und der Gaumen betroffen. Dieses Erscheinungsbild kann bei der klinischen Untersuchung einem erosiven Lichen planus stark ähneln.
Frage 9 von 10
Kopf-Hals-Onkologie (zahnmedizinisch relevanter Bereich)
Ein schmerzhaftes Ulkus an der Wangenschleimhaut in unmittelbarer Nähe einer frakturierten Restauration wird behandelt, indem die scharfe Kante geglättet wird. Welcher Befund bei der Nachkontrolle würde eine Biopsie erforderlich machen?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Ein traumatisches Ulkus sollte innerhalb von 7–14 Tagen abheilen, nachdem die auslösende Ursache beseitigt wurde. Besteht das Ulkus über einen Zeitraum von zwei Wochen hinaus fort, ist eine Biopsie erforderlich, um eine maligne Erkrankung auszuschließen. Dies stellt eine grundlegende Regel der Früherkennung von Mundhöhlenkarzinomen dar.
Frage 10 von 10
Odontogene Tumoren
An welcher Lokalisation entsteht das solide/multizystische Ameloblastom am häufigsten?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Das solide/multizystische (konventionelle) Ameloblastom tritt typischerweise bei Erwachsenen auf und ist am häufigsten im posterioren Unterkiefer im Bereich der Molaren und des aufsteigenden Unterkieferastes (Ramus mandibulae) lokalisiert. Es manifestiert sich als langsam wachsende, schmerzlose, expansiv wachsende intraossäre Raumforderung, die vor der Diagnosestellung eine erhebliche Größe erreichen kann.
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