Prüfungsfragen zu Herausnehmbare Prothetik
Die Prüfungsfragen zur herausnehmbaren Prothetik orientieren sich am Behandlungsablauf von der Diagnostik bis zur Nachsorge nach Eingliederung des Zahnersatzes. Dieser Fragensatz behandelt die Behandlungsabfolge bei Totalprothesen, die Grundlagen von Retention, Abstützung und Stabilität, die Konstruktion von Teilprothesen, Okklusionskonzepte, Sofortprothesen und Deckprothesen (Overdentures), Prothesenbasismaterialien einschließlich Unterfütterung und Neubasierung, prothesenbedingte pathologische Veränderungen sowie Beschwerden und Komplikationen nach der Eingliederung. Bei den Prüfungen AFK, INBDE, ORE und ADC müssen Sie damit rechnen, das geeignete Konstruktionselement für eine bestimmte Kennedy-Klasse zu bestimmen, die Ursachen einer lockeren Prothese oder druckstellenbedingter Beschwerden zu erklären und für jeden Behandlungstermin den richtigen Arbeitsschritt auszuwählen.
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Die Fragen wurden aus dem Englischen übersetzt. Die Prüfungen selbst werden in englischer Sprache durchgeführt.
Prüfungsfragen
Frage 1 von 10
Sofortprothesen
Wie sollte ein Patient mit einer Sofortprothese nach deren erstmaliger Entfernung durch den Zahnarzt die Mundhöhle reinigen?
Die richtige Antwort ist D.
Die Reinigung muss das Blutkoagulum und das heilende Gewebe schützen und gleichzeitig eine ausreichende Plaquekontrolle gewährleisten. Der behandelnde Zahnarzt gibt Anweisungen zum schonenden Spülen und zur Prothesenreinigung, die auf die jeweilige postoperative Heilungsphase abgestimmt sind, und kontrolliert die Wundbereiche frühzeitig. Aufgrund der raschen Veränderungen während der Wundheilung sind schrittweise Anpassungen und regelmäßige Nachkontrollen erforderlich.
Frage 2 von 10
Nachsorge nach Protheseneingliederung
Welcher Bereich muss bei einer Oberkieferprothese, die unmittelbar beim Schlucken einen Würgereiz auslöst, am häufigsten überprüft werden?
Die richtige Antwort ist A.
Ein überextendierter oder übermäßig dicker dorsaler Rand einer Oberkieferprothese kann beim Schlucken die empfindlichen Gewebe des Gaumens und des Pharynx reizen und dadurch einen Würgereiz auslösen. Der dorsale Prothesenrand und der posteriore Gaumenabschluss müssen sorgfältig überprüft werden, anstatt den Prothesenrand ungezielt zu kürzen, da eine zu geringe Ausdehnung die Retention beeinträchtigt.
Frage 3 von 10
Prothesenbedingte pathologische Veränderungen
Was ist das wichtigste Ziel der Abformung bei einem Schlotterkamm?
Die richtige Antwort ist C.
Bewegliches Gewebe sollte mit möglichst geringer Verformung abgeformt werden, während die festeren, tragfähigen Gewebebereiche entsprechend ihrer Stützfunktion erfasst werden müssen. Eine selektive Entlastung oder die Fensterabformtechnik kann verhindern, dass ein während der Abformung komprimierter Schlotterkamm nach der Druckentlastung in seine ursprüngliche Form zurückkehrt und dadurch die Prothese destabilisiert. Sowohl die Gewebeveränderung selbst als auch ihre lokale Ursache müssen behandelt werden.
Frage 4 von 10
Konstruktion herausnehmbarer Teilprothesen
Welche Legierung wird am häufigsten für gegossene Gerüste herausnehmbarer Teilprothesen verwendet?
Die richtige Antwort ist D.
Kobalt-Chrom-Legierungen sind die am häufigsten verwendeten Werkstoffe für gegossene Gerüste herausnehmbarer Teilprothesen. Gründe hierfür sind ihre günstige Festigkeit, hohe Steifigkeit, Biokompatibilität und die im Vergleich zu Goldlegierungen geringeren Kosten.
Frage 5 von 10
Behandlungsablauf bei Totalprothesen
Was ist der Hauptzweck der funktionellen Randgestaltung (Border Molding) eines individuellen Abformlöffels für eine Totalprothese?
Die richtige Antwort ist B.
Bei der funktionellen Randgestaltung werden Tiefe und Breite der Umschlagfalten des Mundvorhofs unter Bewegung der angrenzenden Muskulatur erfasst. Dadurch werden die Ränder der definitiven Abformung so gestaltet, dass eine möglichst große funktionell zulässige Ausdehnung und ein wirksamer peripherer Ventilrandabschluss erreicht werden, ohne eine Überextension zu verursachen, die später zum Abheben der fertigen Prothese führen würde. Die nachfolgenden Behandlungsschritte setzen eine präzise Erfassung der anatomischen und funktionellen Verhältnisse in den vorhergehenden Arbeitsschritten voraus.
Frage 6 von 10
Okklusionskonzepte in der herausnehmbaren Prothetik
Welches Kontaktmuster sollte eine funktionell günstige Totalprothesenokklusion in der zentrischen Okklusion aufweisen?
Die richtige Antwort ist C.
Gleichmäßige, simultane zentrische Okklusionskontakte ermöglichen eine großflächige Verteilung der beim Kieferschluss auftretenden Kräfte und vermindern eine Verlagerung der Prothesenbasis. Frühkontakte führen zu einer lokalen Druckkonzentration und können eine okklusale Gleitbewegung, Druckschmerzen, Instabilität und einen Verlust der Retention verursachen. Eine günstige Okklusion kann jedoch eine schlecht angepasste oder unzureichend abgestützte Prothesenbasis nicht kompensieren.
Frage 7 von 10
Grundlagen von Retention, Abstützung und Stabilität
Wo befindet sich der posteriore Gaumenabschluss einer Oberkiefer-Totalprothese?
Die richtige Antwort ist D.
Der posteriore Gaumenabschluss befindet sich entlang der Vibrationslinie am Übergang zwischen dem unbeweglichen harten Gaumen und dem beweglichen weichen Gaumen. Dort wird ein peripherer Dichtungsabschluss hergestellt, der zur Retention der Prothese beiträgt.
Frage 8 von 10
Deckprothesen (Overdentures)
Wie viele Implantate werden bei einer häufig verwendeten Versorgung des zahnlosen Unterkiefers mit einer schleimhautgetragenen Deckprothese im anterioren Bereich eingesetzt?
Die richtige Antwort ist D.
Zwei Implantate im anterioren Unterkiefer werden häufig zur Retention einer Deckprothese eingesetzt, während der verbliebene Alveolarkamm weiterhin die Abstützung übernimmt. Dieses Versorgungskonzept verbessert die Retention und die Kaufunktion des Patienten deutlich. Individuelle anatomische Verhältnisse und Risikofaktoren können jedoch andere Behandlungsplanungen rechtfertigen. Bei der regelmäßigen Nachsorge müssen sowohl die tragenden Gewebe als auch die austauschbaren prothetischen Komponenten geschützt und instand gehalten werden.
Frage 9 von 10
Prothesenbasismaterialien, Unterfütterung und Neubasierung
Wodurch wird die Polymerisation eines konventionellen heißpolymerisierenden Prothesenbasiskunststoffs eingeleitet?
Die richtige Antwort ist C.
Durch Erwärmung zerfällt der Initiator Benzoylperoxid unter Bildung freier Radikale, welche die Polymerisation von Methylmethacrylat einleiten. Ein kontrollierter Polymerisationszyklus begrenzt den Restmonomergehalt, innere Spannungen und die Entstehung gasförmigkeitsbedingter Porositäten infolge übermäßiger exothermer Temperaturentwicklung. Bei der Verarbeitung müssen die Passgenauigkeit, die Okklusion und eine ausreichende Dicke der Prothesenbasis erhalten bleiben.
Frage 10 von 10
Prothesenbasismaterialien, Unterfütterung und Neubasierung
Welcher Bereich einer Prothese wird bei einer Unterfütterung erneuert?
Die richtige Antwort ist D.
Bei einer Unterfütterung wird auf die dem Prothesenlager zugewandte Innenfläche (Intagliofläche) neues Prothesenbasismaterial aufgebracht, um die Anpassung an das Prothesenlager wiederherzustellen. Dabei bleiben der überwiegende Teil der vorhandenen Prothesenbasis und die künstlichen Zähne erhalten. Eine Unterfütterung ist angezeigt, wenn die Okklusion, die Zahnaufstellung, die vertikale Kieferrelation und die strukturelle Unversehrtheit der Prothesenbasis weiterhin zufriedenstellend sind. Bei der Verarbeitung müssen die Passgenauigkeit, die Okklusion und eine ausreichende Dicke der Prothesenbasis erhalten bleiben.
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