Prüfungsfragen zu Parodontologie
Die Parodontologie gehört regelmäßig zu den besonders prüfungsrelevanten klinischen Fachgebieten in zahnmedizinischen Zulassungs- und Abschlussprüfungen. Diese Fragensammlung behandelt die Anatomie und Biologie des Parodonts, Ätiologie und Pathogenese, die Klassifikation von 2017 einschließlich Staging und Grading, Gingivavergrößerungen, nekrotisierende parodontale Erkrankungen, parodontale Abszesse und Endo-Paro-Läsionen, die nichtchirurgische und chirurgische Parodontaltherapie, periimplantäre Erkrankungen sowie Wechselwirkungen zwischen parodontalen und systemischen Erkrankungen. Bei den Prüfungen AFK, INBDE, ORE und ADC müssen Sie damit rechnen, anhand des klinischen Attachmentverlusts, des Knochenverlusts und der Risikofaktoren das Stadium und den Grad einer Parodontitis zu bestimmen, zwischen nichtchirurgischen und chirurgischen Behandlungsverfahren zu entscheiden und Zusammenhänge zwischen Parodontitis, Diabetes mellitus und Rauchen zu erkennen.
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Die Fragen wurden aus dem Englischen übersetzt. Die Prüfungen selbst werden in englischer Sprache durchgeführt.
Prüfungsfragen
Frage 1 von 10
Ätiologie und Pathogenese
Welche systemische Erkrankung ist am stärksten mit einer erhöhten Prävalenz und einem höheren Schweregrad der Parodontitis assoziiert?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Diabetes mellitus ist die systemische Erkrankung, die am stärksten mit einer erhöhten Prävalenz und einem höheren Schweregrad der Parodontitis assoziiert ist. Dies beruht auf einer gut belegten bidirektionalen Wechselbeziehung zwischen beiden Erkrankungen.
Frage 2 von 10
Wechselwirkungen zwischen parodontalen und systemischen Erkrankungen
Wie kann eine persistierende Hyperglykämie das parodontale Gewebe beeinträchtigen?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Eine Hyperglykämie fördert die Bildung fortgeschrittener Glykierungsendprodukte (Advanced Glycation End Products, AGEs), oxidativen Stress, fehlregulierte Entzündungsreaktionen, eine beeinträchtigte neutrophile Granulozytenfunktion, vaskuläre Veränderungen, einen veränderten Kollagenstoffwechsel und eine verzögerte Wundheilung. Diese Mechanismen können die parodontale Gewebezerstörung verstärken. Eine Hyperglykämie führt weder zur Sterilisation der Plaque noch gewährleistet sie eine Geweberegeneration.
Frage 3 von 10
Gingivavergrößerungen
Welche Rolle spielt dentale Plaque bei medikamentenassoziierten Gingivavergrößerungen?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Die individuelle Anfälligkeit für medikamentenassoziierte Gingivavergrößerungen hängt unter anderem mit veränderten Reaktionen der Fibroblasten und des Stoffwechsels der extrazellulären Matrix zusammen. Plaqueinduzierte Entzündungen verstärken häufig das Ausmaß und den klinischen Schweregrad der Gingivavergrößerung. Eine wirksame tägliche und professionelle Plaquekontrolle stellt daher eine wichtige Erstmaßnahme dar, selbst wenn die Medikation nicht geändert werden kann. Über eine Umstellung der Medikation entscheidet die verordnende Ärztin bzw. der verordnende Arzt und nicht das zahnärztliche Behandlungsteam allein.
Frage 4 von 10
Nichtchirurgische Parodontaltherapie
Welche der folgenden Aussagen beschreibt das primäre Ziel des Scalings und Root Planings (SRP) im Rahmen der nichtchirurgischen Parodontaltherapie am besten?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Ziel des Scalings und Root Planings (SRP) ist es, den subgingivalen Biofilm mechanisch zu zerstören und zu entfernen sowie Zahnstein und endotoxinkontaminiertes Wurzelzement zu beseitigen. Dadurch soll eine biologisch saubere Wurzeloberfläche geschaffen werden, die die Heilung und erneute Anheftung des parodontalen Gewebes ermöglicht.
Frage 5 von 10
Anatomie und Biologie des Parodonts
Welche der folgenden Beschreibungen charakterisiert das Erscheinungsbild einer gesunden Gingiva bei einer Patientin oder einem Patienten mit einem helleren Hautphototyp nach Fitzpatrick am besten?
Die richtige Antwort ist D.
Die richtige Antwort ist D. Eine klinisch gesunde Gingiva erscheint bei Menschen mit hellerem Hautphototyp blassrosa (korallenrosa), ist von fester Konsistenz und weist eine gestippelte Oberfläche auf. Diese Orangenhautstruktur entsteht durch Bindegewebspapillen. Der freie Gingivarand läuft messerscharf aus, und es besteht keine Blutung auf Sondieren (Bleeding on Probing, BOP). Eine dunkelrote bis magentafarbene Gingiva weist auf eine Entzündung mit erhöhter Vaskularisierung hin.
Frage 6 von 10
Chirurgische Parodontologie
Welche funktionelle Indikation besteht für eine chirurgische Kronenverlängerung?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Eine funktionelle chirurgische Kronenverlängerung kann durchgeführt werden, um gesunde Zahnhartsubstanz für die Kariesentfernung, die Platzierung einer Restaurationsgrenze, eine ausreichende Retention oder die Herstellung eines Ferrule-Effekts freizulegen. Dabei muss die suprakrestale Gewebeanheftung berücksichtigt und respektiert werden. Je nach anatomischer Situation kann der Eingriff sowohl die Weichgewebe als auch den Knochen umfassen. Eine Wurzeldeckung verkürzt hingegen die klinische Zahnkrone, während durch einen chirurgischen Eingriff kein verlorener koronaler Zahnschmelz regeneriert werden kann.
Frage 7 von 10
Parodontalabszesse und Endo-Paro-Läsionen
Wie unterscheidet sich die Sensibilität der Pulpa üblicherweise zwischen einem Parodontalabszess und einem primär endodontisch bedingten apikalen Abszess?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Ein Parodontalabszess tritt häufig bei einem Zahn mit vitaler Pulpa auf, während ein primär endodontisch bedingter apikaler Abszess in der Regel auf eine Pulpanekrose zurückzuführen ist. Die Ergebnisse von Pulpasensibilitätstests müssen unter Berücksichtigung der Anamnese, der parodontalen Sondierungsbefunde, der Perkussionsempfindlichkeit, der bildgebenden Diagnostik, vorhandener Restaurationen und der Ergebnisse an Kontrollzähnen interpretiert werden. Dies ist erforderlich, da falsch positive und falsch negative Reaktionen auftreten können und fortgeschrittene kombinierte Endo-Paro-Läsionen den Zustand der Pulpa verändern können.
Frage 8 von 10
Klassifikation und Diagnostik
Bei einer Patientin oder einem Patienten liegt der Gingivarand 2 mm koronal der Schmelz-Zement-Grenze (SZG), und die Sondierungstiefe beträgt 5 mm. Wie groß ist der klinische Attachmentverlust (Clinical Attachment Level, CAL)?
Die richtige Antwort ist A.
Die richtige Antwort ist A. Wenn der Gingivarand KORONAL der Schmelz-Zement-Grenze (SZG) liegt, beispielsweise bei einer Gingivaschwellung oder Gingivahyperplasie, gilt: CAL = Sondierungstiefe − Abstand zwischen Gingivarand und SZG. In diesem Fall: 5 mm − 2 mm = 3 mm. Der CAL entspricht nur dann der Sondierungstiefe, wenn der Gingivarand exakt auf Höhe der Schmelz-Zement-Grenze liegt. Die Formel CAL = Sondierungstiefe + Rezession gilt hingegen, wenn sich der Gingivarand APIKAL der Schmelz-Zement-Grenze befindet.
Frage 9 von 10
Nekrotisierende parodontale Erkrankungen
Welcher charakteristische klinische Fachbegriff bezeichnet den pathognomonischen, ausgeprägt übelriechenden Atemgeruch bei Patientinnen und Patienten mit nekrotisierender ulzerierender Gingivitis?
Die richtige Antwort ist B.
Die richtige Antwort ist B. Foetor ex ore ist der spezifische klinische Fachbegriff für den äußerst intensiven, fauligen und charakteristischen übelriechenden Geruch, der infolge der Gewebenekrose bei Patientinnen und Patienten mit nekrotisierender ulzerierender Gingivitis (NUG) entsteht.
Frage 10 von 10
Periimplantäre Erkrankungen
Welche anamnestische Konstellation erhöht das Risiko einer Patientin oder eines Patienten für die Entwicklung einer Periimplantitis?
Die richtige Antwort ist C.
Die richtige Antwort ist C. Eine Parodontitis in der Vorgeschichte und eine unzureichende Plaquekontrolle sind wichtige Risikoindikatoren für die Entstehung einer Periimplantitis. Rauchen, unkontrollierter Diabetes mellitus und das Fehlen einer regelmäßigen Nachsorge können das Risiko zusätzlich erhöhen. Stabile periimplantäre Gewebeverhältnisse, eine gut zugängliche und reinigungsfähige prothetische Gestaltung sowie eine regelmäßige unterstützende Nachsorge sind dagegen günstige Faktoren. Das Vorliegen entsprechender Risikofaktoren begründet die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen und einer engmaschigen Überwachung, beweist jedoch nicht, dass bereits eine Periimplantitis besteht.
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